Spaniens Fußball-Nationalmannschaft hat sich nach einem beinahe makellosen Turnier im Finale gegen Argentinien verdientermaßen zum neuen Weltmeister gekürt. Die hochüberlegenen Iberer brauchten allerdings die Verlängerung, ehe das erlösende und zugleich entscheidende Tor zum
1:0-Sieg fiel. In der 106. Spielminute traf der eingewechselte Ferran Torres.
Vor 80.663 Zuschauern im MetLife Stadium von East Rutherford vermochte die 104. und letzte Partie dieser WM hinsichtlich des Spektakels nicht an das Spiel um Platz drei anzuknüpfen. Und auch die hochklassige Finale von 2022 blieb unerreicht. Dafür agierten beide Mannschaften zu vorsichtig. Dennoch blieben dabei Fehler nicht aus. Doch insbesondere die Südamerikaner konnten mit den wenigen Angeboten des Gegners insbesondere in der ersten Hälfte überhaupt nichts anfangen. Die "Albiceleste" kam über Ansätze nie hinaus, Lionel Messi blieb komplett wirkungslos.
Argentinien offensiv nicht existentSpanien bemühte sich zumindest, strahlte aber auch nicht übermäßig viel Gefahr aus. Doch über die Distanz ergab sich die eine oder andere Chance, die Verlängerung jedoch ließ sich damit nicht abwenden. Der verdiente Siegtreffer war dem Europameister dennoch vergönnt. Bis zu jenem Zeitpunkt in der 106. Minute hatten die Argentinier keinen einzigen Torschussversuch zu Buche stehen – in Worten: Null. Dazu kamen zwei kümmerliche Ballaktionen im gegnerischen Sechzehner. Allein diese beiden Zahlen belegen, dass es für eine erfolgreiche Titelverteidigung des Südamerikameisters keinerlei Rechtfertigung gegeben hätte. Und dabei spielte der Platzverweis gegen Enzo Fernández (90.+3), der für Unterzahl während der kompletten Verlängerung sorgte, eine untergeordnete Rolle. Der erste argentinische Torschussversuch wurde sage und schreibe erst in der 117. Minute registriert. Der zweite und letzte etwa fünf Minuten später stellte die beste Torszene des Teams von Lionel Scaloni dar.
Verdient hatten es einzig und allein die Spanier, die 31 Mal im gegnerischen Strafraum auftauchten und 20 Schüsse abfeuerten. Zwölf davon kamen auf die Kiste. Darüber hinaus blieb die "Furia Roja" im achten Turnierspiel zum siebten Mal ohne Gegentreffer. Einzig der mühsame Start Mitte Juni beim 0:0 gegen Kap Verde sowie der Gegentreffer beim 2:1-Erfolg im Viertelfinale gegen Belgien stellten kleine Flecken auf der sonst weißen Weste der Südwesteuropäer dar. Die "Selección Española" verfuhr mit dem einen Gegentor nach dem Motto: Defensive gewinnt Meisterschaften. Man spielte selten spektakulär, dafür aber clever, erlaubte sich kaum Fehler und paarte taktische Finesse mit enormer Ballsicherheit. So schnürte Luis De La Fuente das perfekte Paket, maßgeschneidert für seine Mannschaft.
"Rodri" bester Spieler des TurniersPassenderweise räumten die Spanier nach dem Finale noch drei individuelle Auszeichnungen ab. Pau Cubarsí wurde zum besten jungen Spieler gewählt. Unai Simon gewann den Goldenden Handschuh als bester Torhüter. Und der Goldene Ball für den besten Spieler ging an "Rodri". Einzig den Goldenen Schuh des treffsichersten Schützen mussten die Iberer abtreten, den bekam der Franzose Kylian Mbappé für seine zehn Turniertreffer.